ASB Kassel Nordhessen– Helfen ist unsere Aufgabe

Seit über 100 Jahren für Kassel und Nordhessen aktiv

An besonderen Ereignissen in Kassel verzeichnet die Geschichte der Stadt für 1909 zwei glanzvolle Anlässe: Kaiser Wilhelm II. stattete seiner Sommerresidenz einen offiziellen Besuch ab, um den prächtigen Neubau des Königlich Preußischen Staatstheaters am Friedrichsplatz höchstpersönlich zu eröffnen. Und bei dieser Gelegenheit geruhte ´seine Majestät, auch das mächtige neue Rathaus zu besichtigen, das wenige Wochen zuvor festlich eingeweiht worden war.
Beide Ereignisse erfüllten die Kasseler Bürgerschaft mit Stolz, entsprechend einem Schiller-Wort, das seitdem hoch herab von der Rathausfassade verkündet: "Arbeit ist des Bürgers Zierde - Segen ist der Mühe Preis." Nur - für die Mehrheit der damaligen Stadtbewohner war zehnstündige Schwerarbeit am Tag wohl mehr Last als Zierde, und der geringe Lohn als Preis für diese Mühe wurde durch Segen nicht größer. Als Bürger fühlten sie sich sowieso nicht angesprochen. Denn wenn es galt, die "Stadtväter" zu wählen, dann wog die Stimme eines einzigen wohlhabenden Bürgers der Wählerklasse 1 ebensoviel, wie die Stimmen von 44 Lohnempfängern, die bestenfalls in der 3. Klasse wählen durften.

 

Der Kasseler Politiker und Volksblattredakteur Philipp Scheidemann, der 1919 in Berlin die erste deutsche Republik ausrief, ließ ein Jahr darauf als erster demokratischer Regierungschef von einer argentinischen Spende für Deutschland 5.000 Mark an den Arbeiter-Samariter-Bund überweisen.

 

1909 ahnte keiner der kleinen Gruppe von Kasseler Arbeitern, die sich in einer Gaststätte zur Gründung einer Samariter-Kolonne zusammenfanden, was sich aus ihrem bescheidenen Anfang entwickeln sollte, den sie unternahmen mit dem Willen zur unmittelbaren, praktischen Solidarität, zur schnellen Hilfe bei Arbeitsunfällen, zur Rettung verunglückter Arbeitskollegen. Noch weniger konnten diese ersten Kasseler Arbeiter-Samariter eine Vorstellung haben von den schweren Rückschlägen und den trotzdem erbrachten Wiederaufbauleistungen, die den Weg der Arbeiter-Samariter-Organisation, und des Kasseler Ortsverbandes als einem aktiven Teil davon, in den kommenden Jahrzehnten bestimmen sollten.
Die Kasseler Kolonne war nicht die erste; Arbeiter-Samariter gab es schon fast zwei Jahrzehnte. Es begann in Berlin, wo 1888 sechs Berliner Zimmerleute die Idee der Selbsthilfe bei Arbeitsunfällen in die Tat umsetzten. Sie gewannen zwei Ärzte, Alfred und Paul Bernstein, für die Schulung freiwilliger Helfer. Ihr "Lehrkursus für Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen" zählte schon kurz nach dem ersten Aufruf mehr- als 100 Absolventen, und bald tauchten ausgebildete Helfer, erkennbar an ihren Armbinden mit weißem Kreuz auf rotem Feld, auch bei politischen und sportlichen Veranstaltungen der Arbeitnehmer-Organisationen auf - Mitglieder einer ersten Sanitätsgruppe, die sich "Arbeiter-Samariter-Kolonne" nannte und in Berlin bald nicht mehr die einzige war. Kurz nach der Jahrhundertwende sprang der Funke von der Reichshauptstadt über auf andere Großstädte, zündete zunächst in Dresden, dann in Köln, dann in Hamburg. Fast zwangsläufig erwachte der Wunsch zu einem reichsweiten Zusammenschluss.

 

Als 1909 Vertreter der bis dahin gegründeten Kolonnen in Magdeburg beschlossen, sich zu vereinigen und im folgenden Jahr auf einem ersten Bundestag in Dresden einen Bundesvorstand zu wählen, traf eine Grußadresse aus Kassel ein, von der dort soeben gegründeten Arbeiter-Samariter-Kolonne. Die Gründungsversammlung fand im Lokal Zum Anker in Bettenhausen statt. Gründungsmitglieder waren: August Hülsbeck, H. Apel, Ludwig Eckhardt, H. Christ, Fr. Christmann, H. Barthelmay, Otto Buckel, K Hammer, Wilhelm Winter, H. Sauer, H. Rehwald. 1. Kursusarzt Dr. Jost.

 

In Dresden zählte dann Kassel im folgenden Jahr zu den nun bestehenden 20 Kolonnen mit inzwischen über 1.200 Mitgliedern. In den folgenden Jahren ließ eine Flut von Neugründungen die Zahlen auf über 100 Kolonnen mit weit über 5.000 Mitgliedern ansteigen, bis der Ausbruch des 1. Weltkrieges diesem steilen Anstieg ein jähes Ende setzte.
Der schweizerische Schriftsteller Dunant hatte 1859 als neutraler Beobachter der Schlacht von Solferino seine Lebensaufgabe darin erkannt, Not und Leid auf den Schlachtfeldern zu vermindern. Die humanitären Grundsätze für das Zusammenleben zivilisierter Menschen im Frieden sollten auch im Krieg nicht völlig außer Kraft gesetzt werden können. Menschliche Behandlung der Kriegsgefangenen, ausreichende Vorsorge für die Versorgung der verwundeten Soldaten waren die wesentlichen Ziele, für die das Zeichen des Roten Kreuzes stehen sollte.

 

Aus ganz anderen Wurzeln war die Arbeiter-Samariter-Organisation entstanden. Die Arbeiterschaft, der die Gründer der ASB-Kolonnen angehörten und der sich ihre Förderer zugehörig fühlten, kämpfte gegen die bürgerliche Klassengesellschaft, die ihr ihre Rechte vorenthielt, und die anstelle notwendiger Sozialleistungen Almosen gewährte. Daran muss erinnert werden, um zu begreifen, warum neben dem Roten Kreuz das weiße Kreuz der Arbeiter-Samariter auftauchte, um zu verstehen, warum am Anfang dieses Jahrhunderts viele wegen sozialistischer Gesinnung vom Roten Kreuz ausgeschlossene Mitglieder zu den Arbeiter-Samariter-Kolonnen stießen.

 

Dieser Hinweis darf vor allem deshalb nicht fehlen, um die totale Wandlung im gegenseitigen Verhältnis dieser beiden Organisationen von damals zu unserer Gegenwart zu ermessen, in der sie als die beiden großen gleichberechtigten Partner im Rettungsdienst und Krankentransport zusammenarbeiten - wie zum Beispiel und beispielhaft in unserer Stadt in der Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst Kassel.

Aus dem ehemals vorwiegend ehrenamtlich tätigen Verein wurde eine moderne, überparteiliche Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation mit vielfältigen Aufgaben. Heute sind mehr als 480 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, rund 200Freiwillige und Ehrenamtliche sowie 30 Freiwillige im sozialen Jahr (FSJ) bzw. Bundesfreiwilligendienst (BFD) rund um die Uhr im Einsatz, um den Menschen in Nordhessen zu helfen.

Mit dem Projekt KASSEL SCHOCKT verfolgt der ASB Kassel- Nordhessen das Ziel, die Bereitschaft zur Hilfeleistung zu erhöhen und aufzuklären, denn grundsätzlich gilt: Jede Hilfe ist besser als keine Hilfe!

Weitere Informationen rund um den ASB Kassel-Nordhessen und zu den Erste Hilfe Kursangeboten finden Sie auch auf der Website www.asb-nordhessen.de

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